Das war …

Veröffentlicht: 1. Februar 2011 in Review
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der Big Band Workshop 2011 in Payerbach

von Judith Machat

Heute gewähren wir dem geneigten Leser einen Einblick, was sich bei unserem alljährlichen Bigband-Workshop so abspielt.

Also, liebe allein gelassene Frauen, Männer, Kinder, Katzen und Goldfische – lest weiter, um zu erfahren, was wir ohne euch machen.

Einmal jährlich kasernieren wir uns im idyllischen Payerbacher Hof ein, um dort ein Wochenende lang konzentriert zu proben. Dies bedarf natürlich einiger Organisation im Vorfeld, die dankenswerter Weise wieder unser Pianist Franz übernommen hat. Es fand sich ein Termin, zu dem fast alle von   hatten, und mehr noch – als Gäste waren wieder Gerhard Kreuzer und Günter Spies mit von der Partie.

Freitag, später Nachmittag: Die Heiligenstädter schälen sich aus ihren Büros/Geschäften/Wohnungen und machen sich auf den Weg (in manchen Fällen auch auf den Umweg, auf Grund einer verhängnisvollen Affäre von umständlichem Navigationssystem und falsch gelesener Papier-Straßenkarte) Richtung Süden nach Payerbach. Schön langsam trudeln alle ein, die Zimmer werden bezogen (von Einzelzimmer bis Mehrbett mit Schullandwochenflair ist alles möglich!), man plaudert ein bisschen, der Alltag wird langsam ausgeblendet, die männliche Dorfjugend nimmt in der Gaststube die Saxophonistinnen in Augenschein (was charmanter klingt als es ist. Bitte, sind wir im Zoo hier, oder was?)…

Vor der ersten Probe um 20.00 ist aber unbedingt noch Stärkung vonnöten! Zwei Damen müssen feststellen, dass sich hinter dem Begriff „Bauerntoast“ etwas verbirgt, das mit einem kleinen Imbiss am Abend eher wenig zu tun hat (aber äußerst schmackhaft ist).

Besonders freuen wir uns über unsere Neuzugänge in der – davor viel zu lange unterbesetzten – Rhythmusgruppe. Bass und Gitarre sind nun in äußerst kompetenten Händen, gemeinsam mit unserem Trommler bilden die beiden ein Trio Infernal, das sich als „Problembären“ bezeichnet. Warum, wissen wir nicht. Uns gefällt es aber. Deswegen werden sie fortan im Kollektiv abwechselnd mit „Buam“ (auf Grund ihres jugendlichen Alters) und „Bären“ angeredet, manchmal auch mit „Bärenbuam“.

Zuallererst wird ein bisschen Tetris gespielt. Wie stellen wir uns hin? Schlagzeug in die Ecke? Trompeter an die Wand? Baritonsaxophon in einer Linie mit Bassposaune? Teppiche gegen den Hall? Dirigent in den Luster, wegen des besseren Überblicks? Es zeichnet sich ab, dass niemand mit seinen Ohren in die Nähe der Trompeter kommen möchte. Sie nehmen das den Kollegen nicht übel. Sie sind es gewohnt.

Wenn unser Bandleader geglaubt hat, er kann uns müde spielen, so wie man das mit Kleinkindern bei Ausflügen in den Park macht, dann hat er sich aber geschnitten. Gegen 22.45 legen wir die Instrumente weg. Die Problembären machen sich kurz Sorgen, dass jetzt alle schlafen gehen. Aber wirklich nur kurz. Bald schon sitzen große Teile der Band im Stüberl, ein Bier gibt das andere, und als der kleine Hunger (wieder)kommt, wird die Kellnerin mit zahllosen Würstel-Bestellungen belästigt. Sie trägt es mit Fassung. Die letzten Sitzenbleiber geben erst in den frühen Morgenstunden auf. So wurde es mir berichtet. Ähem. Aber auch die Nachtvögel sind brav am nächsten Morgen zur Stelle.

Vor der Vormittagsprobe ist aber unbedingt noch Stärkung vonnöten!

Es folgen 3 Stunden intensiver Probenarbeit am aktuellen Programm, während die Sonne freundlich in den Saal lacht. Soli werden verteilt, Einsätze klargestellt, problematische Stellen geklärt. Alle freuen sich über die Fortschritte und gegen 13 Uhr auf das Mittagessen.

Vor der Nachmittagsprobe ist nämlich unbedingt Stärkung vonnöten!

In der Mittagspause wird von vielen die Sonne genutzt für einen Spaziergang im verschneiten Payerbach. Besonders von denen, die am Vorabend lang auf waren und wissen, dass ein Mittagsschläfchen zwar verlockend wäre, aber fatal ausufern würde.

Am Nachmittag folgt eine weitere Probeneinheit, alle Nummern des Programms werden nochmal durchgegangen, was gegen Ende dann schon ziemliche Ermüdungserscheinungen bei machen von uns hervorruft… schmerzende Zwerchfelle und geschwollene Unterlippen sagen uns: „Ätsch, ihr seid eben DOCH keine Profis!“

Außerdem, da war doch noch was… ah ja: Nach abgeschlossenem Tagwerk ist unbedingt Stärkung vonnöten!

Während die ganz Unermüdlichen sich dann noch zu einer abendlichen Jamsession zurückziehen und die ganz Ermüdlichen auf ihre Zimmer, beginnt der verbleibende Rest – angestiftet von… Raten Sie mal!…mit einem vermeintlich harmlosen Spiel: Wir suchen Worte, die das Wort „BÄR“ beinhalten. Man sollte glauben, dass das nach 10 Minuten (Erdbär, Himbär, Brombär…) langweilig wird. Nein, wird es nicht. Kaum glaubt man, es kommt nichts mehr, und unterhält sich über etwas völlig anderes, bricht dann plötzlich ohne Vorwarnung eine Perle wie „bärvers“ aus jemandem heraus und heizt den Wettbewerb erneut an. Ich bin sicher, es gibt da einen kreativen Zusammenhang. Durch Musik aktiviert ist das menschliche Gehirn zu Höchstleistungen fähig… Nein, der Alkohol kann’s nicht sein. Ich hatte genau Nullkommanull Promille und erzielte auch ein paar ansehnliche Resultate…

Wir gehen brav eine ganze Stunde früher schlafen als am Abend zuvor. Es wurden dennoch wieder die frühen Morgenstunden.

Gnädiger Weise ist unser Konzert vor Ort – gedacht als Dankeschön ans Hotel, Abschluss des Workshops und Generalprobe für den in Kürze anstehenden Gig daheim in Heiligenstadt – aber ohnehin erst um 11.00 angesetzt. Es findet sich interessiertes Publikum ein, dem nicht nur das Essen, sondern auch unsere Darbietung wirklich zu gefallen scheint, alles verläuft reibungslos und bildet so den perfekten Abschluss dieses Wochenendes, sodass sich die Autorin dieser Zeilen schon während des Schreibens auf’s nächste Mal freut…

Ach ja: Natürlich ist vor der Heimfahrt unbedingt Stärkung vonnöten!

J.M.

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